17.05.2014 / Fotoreportagen / Seite 4 (Beilage)

Kicken gegen FIFA

»Rebel Cup« in São Paulo. Fotoreportage

Nacho Doce/Reuters (Foto) und Alexander Reich (Text)
Fußball kann man auch mit einer Cola-Dose spielen. Das Gegenteil von Volkssport wird demnächst unter der Warenmarke »2014 FIFA World Cup Brazil« geboten. Im Umkreis von Stadien, die als Einkaufszentren mit Rasenrechtecken höflich umschrieben sind, werden Spezialeinheiten großzügig angelegte FIFA-»Sicherheitszonen« verteidigen, auch gegen Kleinhändler (zugelassen sind nur lizenzierte Sponsoren), vor allem aber gegen politische Unmutsäußerungen. Davon wird es einige geben, auch militante, wenn die Endrunde am 12. Juni in São Paulo angepfiffen wird. Warum, läßt sich anhand von São Paulos neuem WM-Stadion gut erklären. Es wird gerade noch fertiggestellt, die Kosten sind mehrfach explodiert. Drei Arbeiter kamen bei Unfällen ums Leben. Und außerdem braucht wirklich keiner dieses »Itaquerao«.

In São Paulo herrscht – wie überall im Land – ein Mangel an Schulen, Krankenhäusern oder Bussen. Fußballstadien hat die Stadt...

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