13.05.2014 / Thema / Seite 10

Schwieriger Abschied

Die »unternehmerische Hochschule« verfehlt den wissenschaftlichen Innovationsbedarf des Kapitals. Ursprüngliche Vertreter des Konzepts stellen es in Frage, können sich allerdings nicht entscheiden, wohin sie statt dessen wollen

Torsten Bultmann
Vor etwa einem halben Jahr ist ein bundesweit mit zunehmender Lautstärke geführter Streit um die Hochschulgesetzgebung ausgebrochen, ein Thema, das sonst eher nur eine kleine Expertenöffentlichkeit beschäftigt. Den Anlaß dafür boten zwei Gesetzesnovellen, die 2013 in den Ländern Baden-Württemberg (»grün-rot« regiert) und Nordrhein-Westfalen (»rot-grün«) vorgelegt wurden. Beide waren von dem verbalen Anspruch getragen, mit dem Hochschulkonzept der jeweiligen CDU-FDP-Vorgängerregierungen zu brechen. Diese hatten sich am Leitbild der »unternehmerischen Hochschule« orientiert, dem die neuen Wissenschaftsministerinnen eine ausdrückliche Absage erteilten. Sie verkauften gar ihre Novellen unter dem Label »Redemokratisierung«.

Konkret: In NRW wird die von Studierendenvertretungen seit ewigen Zeiten geforderte viertelparitätische Mitbestimmung in den Selbstverwaltungsgremien der Hochschulen in Aussicht gestellt. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) formul...

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