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08.05.2014 / Ausland / Seite 7

Makabres Straßenfest

Ukraine: Maidan in Kiew arbeitet an Selbstmusealisierung. Besetzer wollen bis zu den Wahlen bleiben

Reinhard Lauterbach
Der Maidan ist noch da. Aber an die Stelle der Barrikaden aus allerhand Gerümpel, die im Februar der Szenerie ein Gepräge wie in den Schützengrabenbildern von George Grosz gaben, sind ordentlich aufgestapelte Mäuerchen aus Ziegelsteinen getreten. Die Reifen liegen nicht mehr kunterbunt herum, sondern gestapelt und teilweise blau-gelb bemalt oder mit Parolen besprüht. Neben einem solchen Reifenstapel steht Kateryna, eine schlanke Frau von vielleicht 30 Jahren im Kampfanzug. Sie ist Mitglied der »32. Hundertschaft des Maidan«. An der Brust trägt sie einen Orden »Für Mut«, den ihr die neue Staatsmacht verliehen hat. Auf die Frage, wozu sie jetzt, nach dem Machtwechsel, noch die Barrikaden stehenlassen, sagt sie, man wisse ja nie, ob nicht doch noch Separatisten oder Provokateure angreifen würden. Heute morgen erst hätten sie auf einem der Dächer am Unabhängigkeitsplatz einen Scharfschützen geschnappt, gibt sie ein Gerücht weiter, das keine Nachrichtenagentur...

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