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23.04.2014 / Ausland / Seite 2

»Wahlen werden grundsätzlich gefälscht«

Algerien: Daß Bouteflika erneut zum Staatspräsidenten gewählt wurde, war zuvor schon ausgehandelt. Gespräch mit Rachid Ouaissa

Sofian Philip Naceur
Rachid Ouaissa ist Professor der Politik­wissenschaft an der Universität Marburg

Algeriens amtierender Präsident Abdelaziz Bouteflika hat erwartungsgemäß die Präsidentschaftswahl mit Abstand gewonnen. Warum ist dieser schwerkranke 77jährige erneut angetreten, und gab es Wahlbetrug?

Wahlen in Algerien werden grundsätzlich gefälscht. Sowohl die offiziellen Endergebnisse als auch die Zahlen zur Wahlbeteiligung unterliegen keiner unabhängigen Prüfung. Ergebnisse werden bereits vorher hinter verschlossenen Türen ausgehandelt; so war es auch dieses Mal.

Doch diese Wahl war surreal: Das Regime in Algier bot mit Bouteflika einen Kandidaten auf, der aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit nicht fähig ist, das Amt auch wirklich auszuüben. Seine Berufung hat jedoch handfeste Gründe. Algeriens Regime ist eine Staatsklasse, eine Art Kartell, dessen verschiedene rivalisierende Fraktionen hinter den Kulissen informelle Abmachungen zur Machtteilung vereinbaren. Offenb...


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