05.04.2014 / Inland / Seite 2

Zwangsräumung trotz Blockade

Berliner Polizei setzte Maßnahme offenbar ohne Gerichtsvollzieher durch

Claudia Wrobel
Ein Aufkleber auf einem Polizeitransporter, der am Freitag morgen die Wissmannstraße in Berlin-Neukölln versperrte, warb für Nachbarschaftshilfe zum Schutz vor Wohnungseinbrüchen. Die Art von Hilfe, die Nachbarn dort an diesem Tag praktizierten, wurde allerdings von den Beamten unterbunden. In dem Haus mit der Nummer zehn sollte ein Mieter auf die Straße gesetzt werden. Dagegen formierte sich Widerstand: Anwohner hatten Transparente aus den Fenstern gehängt und Aktivisten versuchten, den Hauseingang zu blockieren, um der angekündigten Gerichtsvollzieherin den Weg zu versperren.

Nach Angaben der Initiative »Zwangsräumung verhindern« konnte der Mieter zeitweise seine Miete nicht rechtzeitig bezahlen, da das Jobcenter Sanktionen gegen ihn verhängt hatte. Diese Schulden habe er umgehend beglichen, so daß sein Mietkonto zeitnah ausgeglichen war. Durch ein Versäumnisurteil sei dann die Kündigung der Wohnung erfolgt. Der Mieter sei nach der Räumung obdachlos.

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