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02.04.2014 / Inland / Seite 5

Verräterkomplex versüßt

NSU-Prozeß Geheimdienst löste Loyalitätsproblem des Neonazis Tino Brandt angeblich mit Geld. Richter droht erstmals einem Szenezeugen mit Ordnungshaft

Claudia Wangerin, München
Eine »recht junge Quelle« war Tino Brandt, als er 1994 vom Thüringer Verfassungsschutz angeworben wurde – »so um die 20«, aber dennoch »ein überzeugter Neonazi«, politisch sehr gefestigt, »aber sicherlich nicht in seiner Persönlichkeit«. So beschrieb ihn sein ehemaliger V-Mann-Führer Reiner Bode am Dienstag als Zeuge vor dem Oberlandesgericht München. Brandt, der heute 39 ist, hat ebenfalls Zeugenstatus im Prozeß um die Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU). Er gilt als eine der Schlüsselfiguren aus deren Frühgeschichte, da er den »Thüringer Heimatschutz« anführte, in dessen Reihen sich das mutmaßliche Kerntrio des NSU radikalisierte.

Die wichtige Rolle, die Brandt in der Szene spielte, war seinen Quellenführern vom Landesamt für Verfassungsschutz durchaus klar – ebenso wie sein zeitweiliger Loyalitätskonflikt, den Bode am Dienstag ausführlich beschrieb: »Den Verräterkomplex haben wir ihm versüßt, indem wir ihn gut bezahlt h...

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