28.03.2014 / Inland / Seite 8

»Die Keupstraße steht für eine offene Gesellschaft«

Opfer der Kölner NSU-Bombe sollen mit Aktionstag unterstützt werden, wenn die Beweisaufnahme in München beginnt. Gespräch mit Massimo Perinelli

Gitta Düperthal
Massimo Perinelli spricht in München für die »Initiative Keupstraße ist überall«. Er ist Historiker an der Universität Köln.

Knapp zehn Jahre nach dem NSU-Nagelbombenanschlag in Köln lädt die Initiative »Keupstraße ist überall« am Montag ins Münchner Gewerkschaftshaus ein. Bedeutet der Name, daß Betroffene jederzeit wieder mit einem Terroranschlag rechnen?

Nein, Hintergrund ist: Die Keupstraße ist eine migrantisch geprägte Einkaufsstraße in Köln, die Täter wollten sie 2004 aus rassistischen Motiven zerstören. Abfällig »Türkenstraße« genannt, ist sie weit über die Stadtgrenzen hinaus als die zentrale Geschäfts- und Ladenstraße der türkischen Community bekannt. Die Täter wollten erreichen, daß es solche Straßen in Deutschland nicht mehr geben kann. Mit unserem Titel verdeutlichen wir: Diese Phantasie ist nicht wahr geworden, der Rassismus hat sich nicht durchgesetzt, es gibt überall Widerstand dagegen. Die Keupstraße steht für eine offene Gesellschaft, und ...

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