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19.03.2014 / Antifa / Seite 15

Ignoriertes Massenverbrechen

Die Nazis entführten in den von ihnen besetzten europäischen Ländern systematisch Kinder, um sie zu »germanisieren«

Martin Schwarzbach
Vier Jahre alt war Alojzy Twardecki, als ihn die Deutschen seiner Mutter raubten. In seinem okkupierten polnischen Heimatort Rogozno griffen sie den Jungen auf, verschleppten ihn in ein »Durchgangslager« und von dort in das Kinderheim »Pommern« in Bad Polzin, wo sie ihn – blond und blauäugig, wie er war – sprachlich und kulturell »eindeutschten«. Schließlich landete das Kind in einer regimetreuen deutschen Pflegefamilie, in der es aufwuchs. Dann der Schock: Alojzy ist elf Jahre alt, als er erfährt, was die »Eindeutschung« aus seiner Erinnerung geprügelt hat – er ist das Kind einer Polin. Zerrissen zwischen zwei Welten, landet er schließlich, 15jährig, wieder bei seiner leiblichen Mutter. Die Kluft zwischen seinen Identitäten, der polnischen und der »eingedeutschten«, kann er jedoch nicht mehr schließen, sie überschattet sein ganzes Leben.

Der massenhafte NS-Kinderraub ist eines der am hartnäckigsten verdrängten Kapitel der deutschen Ver...

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