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22.02.2014 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Nicht ohne Rußland

Gas und Öl aus USA und Vorderasien, Pipelines nur in Freundesland? Nach Scheitern ­ambitionierter Projekte ist Westeuropas energiepolitischer Wunderglaube am Ende

Rainer Rupp
Es ist ein alter Hut. Die EU soll bei ihrer Energieversorgung von Rußland unabhängig werden. Dies beschworen in den zurückliegenden Jahren interessierte Kreise in Brüssel und anderswo regelmäßig. Und nicht nur das: Mit »konkreten Projekten« wollte man gewissermaßen Nägel mit Köpfen machen. Zuletzt predigte am 15. Januar Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite zu diesem Thema, die sich auch keine Mühe gab, ihre rußlandfeindliche Haltung zu verstecken. Allerdings deutet alles darauf hin, daß mit Wunschdenken keine energiepolitischen Realitäten zu schaffen sind.

Heerscharen von Geostrategen in der EU sahen »Europas« (der Gesamtvertretungsanspruch für den Kontinent ist Programm) Energiesicherheit bereits durch Gaslieferungen aus neuen Quellen mehr als ausreichend gedeckt:

Da gab es die Idee einer Pipeline aus dem Golfemirat Katar durch Syrien und die Türkei. Flüssiggastanker sollten zudem aus den USA Brennstoff heranschippern. Und natürlich träumte man bei ...



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