22.02.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Versöhnung in Homs

Besuch im Al-Andalus-Zentrum: Aus der umkämpften Altstadt geflüchtete Syrer warten auf ihre Befragung durch die Armee und anschließende Freilassung

Karin Leukefeld, Homs
Im Al-Andalus-Zentrum im westsyrischen Homs herrscht reges Treiben. Drei Geistliche von nahe gelegenen Moscheen kommen jeden Morgen, um mit den Menschen, die hier untergebracht sind, zu sprechen. Die ehemalige Schule beherbergt Vertriebene, derzeit vor allem Bewohner aus der Altstadt. Mehr als 1300 Menschen konnten seit Anfang Februar aus der Kampfzone evakuiert werden, darunter 550 Männer im waffenfähigen Alter (16 bis 55 Jahre).

Einer von ihnen ist der 28jährige Thaer Samir Nasr, der sich gerade von einem der Geistlichen verabschiedet. Er mache sich Sorgen, was mit ihm geschehen werde, nachdem er sich bei bewaffneten Gruppen in der Altstadt von Homs aufgehalten hatte. »Werden sie mich festnehmen, werde ich noch einmal zum Militär eingezogen werden und kämpfen müssen?«, fragt er. Seine Freunde, die um ihn herum stehen, nicken. Er habe seinen Militärdienst schon geleistet und wolle nicht noch einmal dahin. Auf die Frage, wie das Leben für ihn in der Alts...

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