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20.02.2014 / Feuilleton / Seite 12

Fragwürdiger Multiplikator

Mit seinem Buch »Zigeuner« wurde Rolf Bauerdick zum Stichwortgeber für die extreme Rechte

Michael Lausberg
Im Zuge der EU-Osterweiterung 2007 kam es zu einer verstärkten Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien nach Westeuropa und auch in deutsche Städte wie Berlin, Köln, Dortmund, Duisburg oder Mannheim. Die Gründe dafür liegen sowohl in der Hoffnung auf ein besseres Leben als auch in der Flucht vor Diskriminierung und gewalttätigem Rassismus der jeweiligen Dominanzgesellschaft in den Herkunftsländern. In seinem Buch »Zigeuner. Begegnungen mit einem ungeliebten Volk« zementiert der Journalist Rolf Bauerdick jahrhundertelang tradierte Bilder und Vorurteile über Sinti und Roma innerhalb der deutschen Bevölkerung.

Die Verwendung der Fremdbezeichnung »Zigeuner« im Titel stellt schon eine Provokation dar. Für Bauerdick ist der Terminus ein »ehrenwerter Begriff«, der von ihm bekannten Roma selbst verwendet werde. Die Bezeichnungen Sinti und Roma seien lediglich »Kunstbegriffe der Political Correctness, welche die Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma durchge...

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