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03.02.2014 / Thema / Seite 10

Mehr Bourgeoisie wagen

Rezension. Nachfolger Gauck ernannte zu Beginn des Theodor-Heuss-Jahres den »Gründervater der Republik« zum »Glücksfall für Deutschland«. War das nötig?

Otto Köhler
So sprach der Abgeordnete Kurt Georg Kiesinger (NSDAP/CDU) über den Abgeordneten Theodor Heuss (DVP/FDP): »Für mich ist er ein liebenswerter Überrest des 19. Jahrhunderts (Zurufe: Bravo). Dieses 19. Jahrhundert ist überwunden. Wir schaffen es nicht, diese Demokratie zu bauen mit den Mitteln und nur mit den Männern des 19. Jahrhunderts.« Das war 1949.

Der Nachfolger des zum Bundespräsidenten gewählten Theodor Heuss wurde darum der erfahrene KZ-Baumeister Heinrich Lübke. Und der machte den »wandelnden Vermittlungsausschuß« – so wurde Kiesinger in Bonn genannt – zwischen Joseph Goebbels und Joachim von Ribbentrop zum ersten Bundeskanzler mit altem NSDAP-Parteibuch.

Ein Nazi war Heuss nicht, er konnte sich trotzdem in Bonn sehen lassen. Sein Staatsverständnis rührte aus noch tieferer Vergangenheit. Als Adenauer ihn 1959 – vorübergehend – im Amt des Bundespräsidenten ablösen wollte, schrieb Heuss dem Bundeskanzler einen wütenden Brief...



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