Schwarzer Kanal
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28.10.1997 / Feuilleton / Seite 0

Schweizer Hehlerdienste

Isabel Vincent untersuchte das Schicksal jüdischer Nazi-Opfer

Gerd Bedszent

Historikern und kritischen Linken war die zwiespältige Rolle der Eidgenossenschaft während der Zeit der Nazi-Diktatur schon längst bekannt - dennoch hat der Alpenstaat lange den Anschein eines biederen Anwesens gutbürgerlicher Bankiers und Uhrmacher aufrechterhalten können. Der kalte Krieg hielt jahrzehntelang den Deckel auf unbequemen Wahrheiten.

Erst kürzlich platzte die Bombe: Die Schweiz war auch von deutscher Besetzung im Zweiten Weltkrieg verschont geblieben, weil sie jahrelang für das Hitlerregime Hehlerdienste verrichtet hatte. Auf dem Umweg über Schweizer Konten wurde das Eigentum besetzter Staaten und ermordeter Häftlinge in Devisen verwandelt, durch die sich Hitlers Mordmaschine mit dringend benötigten Rohstoffen und Ersatzteilen eindecken konnte. Bei einer militärischen Eroberung der Schweiz hätten sich die Nazis selbst den Weg zu den internationalen Kapitalmärkten versperrt und wären auf ihrer wertlosen Reichsmark sitzengeblieben. Und ein ...

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