25.01.2014 / Ausland / Seite 4

Tod in der Ägäis

Pro Asyl berichtet über Todesopfer der griechischen Abschottungspolitik. Bundesregierung weist jede politische Verantwortung von sich

Ulla Jelpke
Das Sterben im Mittelmeer nimmt kein Ende: Zwölf Menschen sind in dieser Woche in der Ägäis ertrunken, nachdem sie mit einem Boot von der türkischen Küste aus in Richtung Griechenland übergesetzt hatten. Nach Angaben der griechischen Küstenwache ertranken sie bei einem Seenotrettungseinsatz, die Bootsinsassen hätten den Unfall durch eigenes Verhalten verschuldet.

Zu einem ganz anderen Ergebnis kommt die UN-Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR, die die Überlebenden befragt hat: Sie gaben an, ihr Boot sei von der griechischen Küstenwache ins Schlepptau genommen worden, um es in türkische Gewässer zurückzuziehen – ein klarer Verstoß gegen das Zurückweisungsverbot der Genfer Flüchtlingskonvention, weil sich an Bord auch schutzbedürftige syrische Flüchtlinge befanden. Das Schiff der griechischen Küstenwache habe bei schwerer See so hohes Tempo aufgenommen, daß zwölf der Bootsinsassen, darunter Frauen und Babys, von Bord gegangen und ertrunken seien.

Die ...



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