22.01.2014 / Thema / Seite 10

Aufklärung unerwünscht

Hintergrund. Beim Münchner NSU-Prozeß wird dieser Tage der Mord an der Heilbronner Polizistin Michèle Kiesewetter verhandelt. Er bleibt weiterhin ein Rätsel. Nichts spricht allerdings für die Version der Bundesanwaltschaft

Wolf Wetzel
Bisweilen werden auch im Fernsehen kritische Fragen gestellt: »So ist weiterhin ungeklärt, warum dieses Trio all die Jahre nicht entdeckt wurde. Bis hin zu dem ungeheuerlichen Verdacht, daß es vielleicht gar nicht gefaßt werden sollte. Und nach wie vor ist auch ungeklärt, ob der NSU tatsächlich nur aus drei Personen bestand.«

Mit diesen Worten leitete die Moderatorin Marietta Slomka am 14. Januar 2014, zwei Tage, bevor in München erstmals der Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn verhandelt wurde, einen TV-Beitrag im »Heute-Journal« ein. Man muß der Moderatorin dafür danken, daß sie diesen Verdacht angesichts einer Mordserie an neun Kleinunternehmern mit Migrationshintergrund in die Primetime brachte. Ein Verdacht, für den es mehr Indizien gibt als für die offizielle Version.

In der Anklageschrift der Bundesanwälte werden die beiden NSU-Mitglieder Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos für diesen Mordanschlag verantwortlich gemacht: »Am 25. April 2007 töteten...



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