Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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13.01.2014 / Feuilleton / Seite 12

So sehen Sieger aus

Über Sieger und Verlierer in der Literatur. Was macht den Krimi zum Liebling der Kulturindustrie?

Konrad Lotter
Folgt man Walter Benjamin, so hat die Geschichtsschreibung stets die Perspektive der Sieger eingenommen. Leo Löwenthal, ein anderer Philosoph und Literaturwissenschaftler aus dem Kreis des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, hat diese These aufgegriffen und ergänzt: Im Kunstwerk artikuliere sich dagegen »die Stimme der Verlierer im Weltprozeß, die hoffentlich einmal die Sieger sein werden«. Unterscheiden sich Geschichtsschreibung und Kunst also dadurch, daß die eine von den Siegern, die andere von den Verlierern berichtet?

Haß auf die Sieger

Im Falle des realistischen Romans scheint Löwenthals Ergänzung durchaus überzeugend. Den Helden und Heldinnen in Goethes »Werther«, Stendhals »Rot und Schwarz«, Balzacs »Verlorenen Illusionen«, Tolstois »Anna Karenina« oder Fontanes »Effi Briest« ist gemeinsam, daß sie scheitern und also zu den »Verlierern des Weltprozesses« gehören. Wer (als Leser) ihre Schicksale mit Sympathie oder Empathie verfolgt, der entw...

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