13.01.2014 / Schwerpunkt / Seite 3

Whistleblower gesucht

Geschichte schreiben, wie es nicht im Drehbuch der Herrschenden steht: Menschen, die sich dieses Recht nehmen, waren zur XIX. Rosa-Luxemburg-Konferenz gekommen

Claudia Wangerin
Von allen Referenten der Rosa-Luxemburg-Konferenz bekam Anders Kaergaard am Samstag den längsten Applaus. Weniger als eineinhalb Jahre zuvor hatte der frühere Hauptmann des dänischen Militärnachrichtendienstes mit seinem alten Leben gebrochen und Menschenrechtsverletzungen während einer Operation im Irak öffentlich gemacht und war dafür sechs Monate inhaftiert worden (siehe jW vom 7. Januar 2014). Große Teile seiner soldatisch geprägten Verwandtschaft hätten sich wegen der Enthüllung im Herbst 2012 von ihm abgewendet, sagte der Whistleblower am Samstag im Berliner Urania-Haus. Er habe zwar einen hohen persönlichen Preis für sein Handeln bezahlt. Aber: »Gewonnen habe ich dafür Selbstachtung und ein neues Verständnis von Wahrheit.«Außerdem, sagte Kaergaard, »habe ich dadurch eine viel bessere Familie gewonnen: Euch.« Insgesamt nahmen mehr als 2000 Menschen an der XIX. Rosa-Luxemburg-Konferenz teil, die von junge Welt organisiert und von zahlreichen Gruppen ...

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