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19.12.2013 / Feuilleton / Seite 12

Wie zufällig ist die Liebe?

Abdellatif Kechiches Film »Blau ist eine warme Farbe«

Peer Schmitt
Ich kann nicht denken wie die Philosophen, und ich mache mir auch nichts draus, denn ich ich glaube, daß man davon nichts weiter lernt, als gescheit zu reden (discourir).«
Marivaux, »Das Leben der Marianne«, 1731


Diese Geschichte zeuge vom Schreiben einer Frau (»écriture de femme«), heißt es auf der ersten Seite von Marivaux’ unvollendetem Roman »La vie de Marianne«. Die Heldin Adèle (Adèle Exarchopoulos) von Abdellatif Kechiches fünftem Spielfilm »Blau ist eine warme Farbe« lernt das in der Schule. Was Texte bezeugen und was »die Liebe« bedeutet, bekommt sie anhand der Lektüre dieses Romans nahegelegt. Der erzählt die Geschichte einer sozialen Aufsteigerin, ein den Zufällen ausgesetzter Niemand, die verfolgte Tugend, die aufgrund von Standhaftigkeit, natürlichem Geschmack und sonstigen herausragenden Eigenschaften zu jemandem wird, dessen Wort etwas zählt, unter Umständen. Ähnlich könnte man auch »Blau…« zusammenfassen.

Kechiche hat den T...



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