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18.12.2013 / Thema / Seite 10

»Wir alle lieben ihn«

Ein Zwischenruf zum denkmalpflegenden Umgang mit Willy Brandt

Arno Klönne
Herbert Frahm, in der Herrschaftszeit des deutschen Faschismus zu Willy Brandt geworden, würde heute 100 Jahre alt. Das ruft viele Würdigungen hervor. Ein Denkmal, so scheint es, wird besichtigt. Dem Bundespräsidenten kam dabei Musikalisches in den Sinn – das historische Verdienst Willy Brandts, so Gauck, liege darin, daß »wir ohne Nationalismusverdacht unsere Nationalhymne singen können«. Gern wird in diesem Zusammenhang auf Wirkungen des Kniefalls in Warschau hingewiesen, so als habe es sich da um Nationalmarketing gehandelt.

Der Titel dieses Beitrags ist ein Zitat – mit diesen Worten empfing Herbert Wehner seinen Parteifreund, als der 1974 zur SPD-Fraktion im Bundestag kam, um seinen freiwilligen Verzicht auf das Amt des Kanzlers anzukündigen. Die heftige Sympathiebekundung enthielt verstecktes Gift; Brandt gab auf, weil er das Gefühl hatte, Wehner dränge ihn zum Rücktritt. Egon Bahr hat in seinem jüngsten Buch diese Kausalität noch einmal...

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