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07.12.2013 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Spielwiese der Militärs

In Ägypten ist der seit der Entmachtung der Muslimbrüder verhängte Ausnahmezustand zwar aufgehoben, doch die Armee bestimmt Geschehen und Straßenbild

Sofian Philip Naceur, Kairo
Ende August in Ägyptens Hauptstadt Kairo. Die Straßen sind leer gefegt. Kein Mensch ist unterwegs, keine Autos oder Busse, nicht einmal Straßenhändler bieten ihre Ware feil. Geschäfte sind geschlossen. Selbst die »Kuschks«, kleine überall in der Stadt zu findende Kioskgeschäfte, die Getränke, Süßigkeiten und Tabakwaren anbieten, sind verbarrikadiert. Das normalerweise alles übertönende Hupkonzert in der Stadt ist verstummt. Es herrscht gespenstische Stille. Kairo, nach offiziellen Zahlen die drittgrößte Stadt Afrikas und zusammen mit Giza die größte Metropolregion des Kontinents, mit seinen 22 bis 25 Millionen Einwohnern, ist eine Geisterstadt. Ab und an durchbricht das Rotorengedonner der auch nachts am Himmel patrouillierenden Militärhelikopter die Stille. An Kreuzungen, vor Regierungsgebäuden und an den Nilbrücken hat die Armee Stellung bezogen, Checkpoints errichtet und mit Stacheldraht die Straßen versperrt. Soldaten sitzen gelangweilt auf ihren Panz...

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