02.12.2013 / Feuilleton / Seite 13

Verkürzte Kapitalismuskritik

Eine Berliner Konferenz zur Internetkultur verzichtete auf die Erörterung grundsätzlicher Fragen

Rafik Will
Die Anwendungsgebiete des Internets haben sich erweitert: Jeder ist heute ein User, beim Versenden von Mails, auf Youtube oder auf Twitter. Die daraus hervorgehenden gesellschaftlichen Veränderungen sind beträchtlich. Eine Diskussion, wie man sie bewerten und auf sie reagieren soll, will eine von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und den Berliner Festspielen getragene Konferenzreihe zur »Netzkultur« anstoßen. Die Auftaktveranstaltung am vergangenen Samstag trug den Titel »Technologie-Evolution – Wo wir herkommen« und wurde im Haus der Berliner Festspiele mit einem Vortrag der »gutgeölten Empörungsmaschine« (Titanic) Juli Zeh eingeleitet. Die Schriftstellerin stellte fest, daß das Internet keine Naturgewalt sei und man es daher gestalten sowie die Totalüberwachung durch Unternehmen und Staaten verhindern könne. Sie setzt auf die gesetzliche Regulierung und fordert eine Klarnamenpflicht im Netz. Frank Schirrmacher, Herausgeber der FAZ, i...

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