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29.11.2013 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Angst vor Aufruhr

Rezension: Eine aktuelle Analyse des kirchlichen Sonderarbeitsrechts, dem »dritten Weg« in ­christlichen Einrichtungen, und der Erfahrungen mit Arbeitskämpfen

Florian Osuch
Die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland genießt umfangreiche Privilegien. Von den mehrere Jahrhunderte zurückreichenden Staatsleistungen (siehe jW vom 15. November), der Verquickung mit dem Staat, der für sie Mitgliedsbeiträge in Form von Kirchensteuer einzieht, oder von einer besonderen Form des Arbeitsrechts. Ein unter anderem von ver.di-Chef Frank Bsirske mitherausgegebener Sammelband trägt den Titel »Streiks in Gottes Häusern« und beschäftigt sich mit dem dortigen Sonderarbeitsrecht und dem meist nur zaghaften Widerstand von Gewerkschaftern in kirchlichen Einrichtungen. Dabei sind die beiden Kirchen inzwischen zu Großkonzernen herangewachsen. Diakonie (evangelisch) und Charitas (katholisch) sind die größten Anbieter im Sozial- und Gesundheitsdienst Deutschlands. Der langjährige Diakonie-Beschäftigte und heutige ver.di-Sekretär Berno Schuckart-Witsch hat dazu Zahlen gesammelt. Bundesweit seien etwa eine Million Menschen bei Tausenden...

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