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29.11.2013 / Feuilleton / Seite 13

Die echteste Variante

Den Informationsschock annehmen: Eine Ausstellung über Free Jazz in der DDR in Cottbus

Su Tiqqun
Der belgische Pianist Fred van Hove bezeichnete die DDR als das gelobte Land der improvisierten Musik, indes die Jazz-Avantgarde den Ausbruch aus dem vermeintlichen Paradies intonierte. Unbestreitbar kreierte der Free Jazz in Gestalt wechselnder »Associationen freier Produzenten« (Marx) die gravierendsten und radikalsten Klangwelten. Die Entgrenzung tonaler Ordnungsprinzi­pien mittels konträrer Handhabung der klassischen Jazzinstrumente trug eine krasse, exportierbare Handschrift, made in GDR.

Die Leistungsdynamik des auffallend souveränen »DDR-Jazz« war jedoch in einem Land zustande gekommen, die eine Schreckenskammer eines noch schrecklicheren Lebens gewesen sein muß – glaubt man dem Vokabular der Organisatoren der Ausstellung »Free Jazz in der DDR. Weltniveau im Überwachungsstaat«, die in der vergangenen Woche im DKW Cottbus eröffnet wurde. Der Untertitel markiert unmißverständlich den ideologischen Impetus.

Äußerste Ungebundenheit von Einzelmu...



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