27.11.2013 / Antifa / Seite 15

Kein zweites Schneeberg

Auch im thüringischen Greiz marschieren Neonazis gegen ein Asylbewerberheim auf. Ihr Anhang ist deutlich kleiner als der im Erzgebirge

Roman Waldheim
Naßkalter Sprühregen fällt in den frühen Abendstunden des 23. November. Nicht einmal 200 Demonstranten sind gekommen. Nun stehen sie sich vor dem Getränkemarkt die Beine in den Bauch und lauschen der Rede von Patrick Wieschke, dem Landesvorsitzenden der NPD Thüringen, vorbestraft wegen eines Sprengstoffanschlages auf einen türkischen Imbiß. Die Straßen sind neblig und menschenleer im vogtländischen Städtchen Greiz; so gut wie niemand läßt sich bei diesem Wetter draußen blicken. Wie eine gespenstische Kulisse muten da die fünfgeschossigen Wohnblocks von Pohlitz an. Der Ende der 50er Jahre weitab vom Stadtzentrum hochgezogene Stadtteil gilt in Greiz als »sozial benachteiligt« und ist seit Mitte September vorläufige Heimat von etwa 50 Flüchtlingen aus Syrien – und Aufmarschgebiet einer Bürgerinitiative, die mit rassistischen Ressentiments Stimmung gegen Geflüchtete macht.

Ein »zweites Schneeberg« hatte die »Bürgerinitiative gegen ein Asylheim am Zasch...

Artikel-Länge: 4627 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe