22.11.2013 / Feminismus / Seite 15

Schwarzers Patriarchat

Magazin Emma und dessen Herausgeberin kriminalisieren nicht nur Freier. Kampagne gegen Prostitution entmündigt Frauen und hindert sie an Ausübung ihres Berufes

Mareen Heying
Eine einflußreiche Frau fordert die Illegalisierung anderer Frauen und nennt das Feminismus. Unmöglich? Nein, es passiert gerade. Es geht um die »mediale Dampfwalze« (Hannah Pilarczyk im Spiegel) Alice Schwarzer und den von ihr – pardon, der Zeitschrift Emma – initiierten Appell gegen Prostitution. Emma propagiert: »Das Gewerbe muß geächtet werden«. Und bekommt dabei prominente Unterstützung (siehe jW vom 1. November). Auch Zeit-Literaturchefin Iris Radisch stimmte in den Chor derer ein, die allein durch ihre Wortwahl eben nicht nur Kunden, sondern auch die in der Branche arbeitenden Frauen diffamieren, u.a. als »Körperteilverkäuferinnen und -käufer«.

Dies und auch die meisten anderen Beiträge von Verbotsbefürworterinnen offenbaren eine von in erschreckendem Maße von Klischees geprägte und paternalistische Sicht auf ein Milieu, das die Diskutantinnen fast ausnahmslos nicht aus direkter Anschauung kennen. Sie lassen Prostituierte eben nur als ...

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