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18.11.2013 / Inland / Seite 8

»Es ist enorm gefährlich, auf der Straße leben zu müssen«

278 Wohnungslose sind in den vergangenen 22 Jahren erfroren, der bislang letzte kürzlich in Rostock. Ein Gespräch mit Thomas Specht

Ben Mendelson
Thomas Specht ist Geschäftsführer der in Bielefeld ansässigen Bundes­arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W), einer Einrichtung der ­evangelischen Diakonie

In Rostock ist ein Wohnungssuchender vor wenigen Tagen erfroren. Es steht möglicherweise ein kalter Winter bevor – tun die Kommunen nach Ihrer Erfahrung genug, um so etwas zu verhindern?

Da gibt es große Unterschiede zwischen Großstädten und Kommunen im ländlichen Raum. In ersteren werden schon seit Jahren Vorkehrungen getroffen, auf dem Lande aber sind die Notunterkünfte noch sehr unzureichend. Dort müssen Gemeinderäte und Bürgermeister handeln.

Wie viele solcher Todesfälle wurden erfaßt?

Wir haben seit 22 Jahren gezählt – in der Zeit sind 278 Wohnungslose erfroren. Das hängt damit zusammen, daß die Qualität der Notunterkünfte vielerorts nicht ausreichend ist und Menschen es dann vorziehen, draußen zu schlafen.

Und wo schlafen die rund 24000 Obdachlosen in Deutschland, die es zur Ze...


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