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16.11.2013 / Geschichte / Seite 15

Streik gegen Preistreiberei

Am 12. November 1948 riefen die Gewerkschaften in der Bizone zum Arbeitskampf auf

Jörg Roesler
Der Generalstreik vom 12. November 1948 war der größte, seitdem die deutschen Gewerkschaften im März 1920 zum Ausstand aufgerufen hatten, um dem Kapp-Putsch ein Ende zu setzen. Er war der erste und bisher einzige im Nachkriegsdeutschland. Und es war ein politischer Streik. Dessen Ziel umfaßten zehn Punkte. Die Gewerkschaften wollten die Wirtschafts­entwicklung nicht, wie der Direktor der »Verwaltung für Wirtschaft«, Ludwig Erhard, anläßlich der Währungsreform für die Westzonen knapp vier Monate zuvor verkündet hatte, allein den Marktgesetzen überlassen. Hatte doch die Preisfreigabe für fast alle Waren, Lebensmittel eingeschlossen, zu außerordentlichen Preissteigerungen geführt, denen kein Zugewinn beim Lohn gegenüberstand. Die Grundstoffindustrie und die Banken, hieß es weiter im Streikaufruf, sollten in Gemeineigentum überführt, die Wirtschaft demokratisiert, d.h. die Mitbestimmung der Belegschaften in den Betrieben und »allen Organen der wirtschaftliche...

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