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08.11.2013 / Feuilleton / Seite 12

Mit fassungsloser Heiterkeit

Das elisabethanische Kettensägenmassaker: »Titus Andronicus« an der Volksbühne in Berlin

Delia Friess
Mit Splattervideos und viel Kunstblut hat Nachwuchsregisseur Sebastian Klink »Titus Andronicus« an der Volksbühne in Berlin inszeniert. Allzuviel muß der Besucher über Shakespeares frühe Tragödie nicht wissen, die Kurzfassung reicht: Zurück aus dem gewonnenen Krieg gegen die Goten tötet der Feldherr Titus Andronicus in Rom den ältesten Sohn der Gotenkönigin Tamora. Die will sich rächen. Daraufhin bringt jeder jeden um.

Klink hat sich für eine Übertragung in Versen von Johann Joachim Eschenburg aus dem Jahre 1778 entschieden (und beispielsweise gegen die komplizierte Bearbeitung von Heiner Müller). Sporadisch wird heutige Umgangssprache eingestreut, ohne daß damit viel gerissen würde. Vorgeschwebt haben dürfte Klink so etwas wie eine zeitgenössische Inszenierung unter Berücksichtigung der Aufführungspraxis im Elisabethanischen Theater. Geht das? Nun ja. Er hat sich für das Gemetzel als Kompositionsprinzip entschieden.

Das Bühnenbild ist schlicht: Ein Lau...



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