26.10.2013 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Meine Arbeit in Damaskus

Warum ich immer wieder nach Syrien reise und doch keine Kriegsberichterstatterin bin

Karin Leukefeld
Bitte schicken Sie Fotos mit.« Die Aufforderung eines Redakteurs klingt mir in den Ohren, während ich durch Damaskus laufe. Zu Fuß kommt man schneller voran, nur wenn der Weg allzu weit ist, nehme ich ein Taxi. Die Kamera ist in der Tasche, aber nur selten nehme ich sie heraus. Die Leute blicken mit mißtrauischer Neugier auf die Ausländerin, die täglich durch ihre Straßen läuft. Einige kennen mich und grüßen freundlich, wenn ich nach einigen Wochen Abwesenheit wieder in Damaskus bin. Abu Mahmud*, der stets eine weiße Mütze oder ein Tuch auf dem Kopf trägt und freundlich den alten Kopierer bedient, das einzige Kapital von ihm und seinem Sohn. Oder George*, der Fotograf, dessen Familie in alle Himmelsrichtungen verstreut ist, seit ihre Wohnung Ende 2011 von Kriminellen verwüstet wurde: die Tochter in Dubai, seine Ehefrau in Beirut, der Sohn in Kanada. Der Schuhputzer, der Bäcker, der Juniorchef in einem der wenigen Pralinengeschäfte, die noch geöffnet sind....

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