24.10.2013 / Medien / Seite 15

»Für alle Zeit«

Die unabhängige Dokumentation eines Jahrhundertprozesses hat sich die Initiative »NSU-watch« zum Ziel gesetzt. Die Otto-Brenner-Stiftung zeichnet sie dafür aus

Claudia Wangerin
In einem Jahrhundertprozeß um zehn rassistische Morde, zwei Sprengstoffanschläge und mehrere Raubüberfälle, der ohne einen Geheimdienstskandal im Hintergrund vielleicht gar nicht geführt werden müßte, stoßen Journalisten oft an ihre Grenzen, wenn es darum geht, Wichtiges von Unwichtigem oder weniger Wichtigem zu trennen und in gut lesbaren Artikeln einen Überblick zu verschaffen. Scheinbar unwichtige Details einer Zeugenaussage werden vielleicht später noch einmal wichtig – bei einer voraussichtlichen Verhandlungsdauer von mehr als zwei Jahren.

In der tagesaktuellen Berichterstattung über den seit Mai laufenden Münchner Prozeß um die Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) geht zunächst vieles unter – was nicht nur, aber auch an der chaotischen Prozeßchoreographie liegt. Oft werden Zeugen zu zwei Morden am selben Tag gehört, dann springt die Hauptverhandlung wieder zum finalen Brand in der Zwickauer Frühlingss...

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