23.10.2013 / Ausland / Seite 6

Gezielt gestreutes Gerücht

Israel greift türkischen Geheimdienstchef als angeblichen Freund Irans an

Knut Mellenthin
Die türkische Regierung soll dem Iran die Identität mehrerer Personen verraten haben, die als Spione für Israel gearbeitet hatten. Offenbar steckt hinter dem völlig unbewiesenen Vorwurf offenbar ein Angriff auf den türkischen Geheimdienstchef und auf die enge Kooperation zwischen Washington und Ankara.

Die Behauptung vom Agentenverrat tauchte erstmals am 17. Oktober in der Washington Post auf. Der Autor David Ignatius ist regelmäßiger Kolumnist des Blattes, das sich oft als Waschanlage für Wünsche und Hinweise der israelischen Regierung und ihrer Geheimdienste betätigt. Ignatius sei »gewöhnlich gut unterrichtet«, rühmte die Frankfurter Allgemeine Zeitung sofort nach Erscheinen seines Artikels. Das heißt in diesem Metier aber nur, daß der betreffende Journalist keine Skrupel hat, ihm von befreundeten Diensten zugespieltes Material zu veröffentlichen, von dem definitiv feststeht, daß er seinen Wahrheitsgehalt nicht überprüfen kann.

Ignatius selbst wies in...



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