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22.10.2013 / Kapital & Arbeit / Seite 8

»Viele Arzneimittelstudien sind nur auf Papier korrekt«

Pharmakonzerne der reichen Industrieländer testen neue Medikamente gerne in Drittweltländern. Ein Gespräch mit Christian Wagner-Ahlfs

Gitta Düperthal
Christian Wagner-Ahlfs ist Redak­tionsleiter der im zweimonatlichen Turnus erscheinenden Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen (GPSP) mit Sitz in Berlin

Pharmakonzerne der reichen Industrieländer testen ihre Medikamente immer öfter in armen Regionen der Welt wie Indien, Afrika oder Osteuropa. Wofür müssen Menschen dort beispielsweise als Versuchskaninchen herhalten?

Daß Menschen davor nicht genügend geschützt werden, ist in Indien deutlich geworden. Dort hatte die entwicklungspolitische US-Organisation »PATH« eine Studie mit einem HPV-Impfstoff durchgeführt, der zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs angewendet werden soll. Bei 16000 jungen Mädchen wurde er getestet, einige starben.

Natürlich ist der ursächliche Zusammenhang schwer nachweisbar. Aber bei nachträglichen Kontrollen hatte sich herausgestellt: Von mehr als der Hälfte der Mädchen hatte keine Einverständniserklärung vorgelegen. Eltern waren nicht informiert worden; häufig...


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