17.10.2013 / Inland / Seite 4

Afrikaner unerwünscht

Auseinandersetzung um Hamburger Lampedusa-Flüchtlinge eskaliert. Die Polizei prügelt, der SPD-Bürgermeister Scholz setzt auf Kriminalisierung

Martin Dolzer, Hamburg
Der Hamburger Senat läßt weiterhin afrikanisch aussehende Menschen kontrollieren, um die Identität der mehr als 350 Flüchtlinge der Gruppe Lampedusa in Hamburg festzustellen. Nachdem am Wochenende bereits 19 der schwarzafrikanischen Kriegsflüchtlinge aus Libyen vorübergehend in Gewahrsam genommen und widerrechtlich erkennungsdienstlich behandelt worden waren, setzte die Polizei am Dienstag und Mittwoch erneut 14 Afrikaner fest. Insbesondere im Stadtteil St. Pauli, wo mehr als 100 der Flüchtlinge in der St. Pauli Kirche und in einem Kulturzentrum leben, halten sich unzählige Beamte in zivil auf.

Seit Freitag abend finden jeden Tag Demonstrationen mit jeweils gut 1000 Teilnehmern gegen diese rassistischen Kontrollen statt. In einer Anfrage an den Senat von Anfang der Woche betont die Linke-Bürgerschaftsabgeordnete Christiane Schneider, daß das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz im Oktober 2012 entschied, daß Menschen nicht wegen ihrer Hautfarbe Identit...

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