05.10.2013 / Inland / Seite 2

»Ich wundere mich selbst, daß ich überlebt habe«

Aus Libyen über Lampedusa nach Hamburg: Der Senat will von den 300 Flüchtlingen nichts wissen. Gespräch mit Asuquo Udo

Martin Dolzer
Asuquo Udo ist einer der Sprecher der Gruppe »Lampedusa in Hamburg«

Seit April leben 300 Kriegsflüchtlinge aus Libyen auf Hamburgs Straßen und in Notunterkünften. Insgesamt mußten 2011 etwa 60000 Menschen von Libyen nach Europa fliehen. Wie ist es dazu gekommen?

Wir sind allesamt vor dem Krieg und den damit verbundenen Verbrechen entkommen. Als Schwarzafrikaner hatten wir unter der Verfolgung und den Massakern der sogenannten Rebellen zu leiden. Viele Menschen wurden ermordet oder starben durch die Bomben der NATO. Ich wundere mich selbst, daß ich überlebt habe.

Uns blieb also nur die Möglichkeit, mit Booten zu der zu Italien gehörenden Insel Lampedusa zu fliehen. Auf dem Weg über das Mittelmeer sind alleine im Sommer 2011 mehr als 2 500 Menschen ertrunken – erst jetzt hat es wieder weit über 100 Tote gegeben! In Italien mußten wir unter menschenunwürdigen Bedingungen in Camps vegetieren, bis uns die Behörden verdeutlichten, daß es in Italien keine...


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