27.09.2013 / Thema / Seite 10

Umkämpfte Erinnerungen

Vorabdruck. Geschichtsrevisionismus bestimmt die offizielle Gedenkpolitik in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens. Die Vergangenheit wird für nationalistische, neoliberale und antikommunistische Interessen instrumentalisiert

Todor Kuljic
jW veröffentlicht an dieser Stelle eine gekürzte und leicht bearbeitete sowie mit Anmerkungen ergänzte Fassung des Textes »Zwischen ›Anti-Antifaschismus‹ und ›Titonostalgie‹. Acht Thesen« des Belgrader Soziologieprofessors Todor Kuljic. Sein Beitrag ist dem in diesen Tagen im Unrast Verlag erscheinenden Sammelband »Mythos Partizan. (Dis-)Kontinuitäten der jugoslawischen Linken: Geschichte, Erinnerungen und Perspektiven« entnommen.
Nach dem blutigen Zerfall Jugoslawiens wurden in den neu entstandenen Staaten »eigene Versionen der Geschichte« geschrieben. Ein Kernelement war die Darstellung der »jeweiligen Nation als Opfer«. Auf den Krieg der Waffen folgte der Krieg der Erinnerungen – der nach wie vor im Gange ist. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stand der Kommunismus als Hauptschuldiger für den Krieg und die soziale Misere. Besonders in den nationalistisch aufgeheizten Jahren 1990 bis 1995 diente die Idee vom »nation...

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