16.09.2013 / Feuilleton / Seite 13

Dominante Ockerfarbe

Tricktisch im Kloster: In Nikosi in Georgien, an der Grenze zu Südossetien, gab es ein Festival für Animationsfilm

Lars Meyer
Die erste Grenzstation liegt mitten im Dorf. Drei Männer mit Kalaschnikows kontrollieren hier den Verkehr von Unter- nach Obernikosi. Jeden Morgen passiert ein Reisebus mit internationalen Besuchern – des Festivals für Animationsfilm in Nikosi, Georgien, an der Grenze zur Konfliktregion ­Südossetien. Der Bus holt die Besucher in Gori, Stalins Geburtsstadt, ab. Es sind Filmemacher, Produzenten, Vertreter von Partnerfestivals und Freunde aus Rußland, Belorus, Bulgarien, Polen, Italien, Deutschland. Das dritte Animationsfilmfest, das hier in der ersten Septemberwoche stattfindet, ähnelt in gewisser Weise einem siebentätigen Klassenausflug.

An der Schotterstraße entlang schlängelt sich über der Erde eine Gasleitung. Versteckt hinter Zäunen aus Blech, Draht oder Holzlatten liegen die Häuser mit ihren Höfen und Gärten, in denen Weinreben ranken. Doch die Armut ist spürbar. Viele Gebäude sind leer, einige halbe Baracken. Während des Fünftagekrieges zwisch...

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