30.08.2013 / Inland / Seite 5

Tödliche Abschiebehaft

Selbstmordversuche sind häufige Folge deutscher Flüchtlingspolitik. Heute ist der Gedenktag, mit dem an die Opfer erinnert werden soll

Claudia Wrobel
Am 30. August 1983 stürzte sich der 23jährige Cemal Kemal Altun aus Angst vor seiner drohenden Abschiebung in die Türkei aus dem Fenster des Verwaltungsgerichts Berlin und erlag seinen Verletzungen. Zuvor hatte er 13 Monate in Auslieferungshaft verbracht. Obwohl Altun als politischer Flüchtling anerkannt war, plante die Bundesregierung seine Auslieferung. Sie klagte gegen seine Anerkennung, wohl, um die guten Beziehungen zur Türkei nicht zu gefährden. Bis heute sterben Menschen bei der Abschiebung aus Deutschland und in Abschiebehaft, sei es an den Bedingungen selbst, oder weil diese sie veranlassen, sich das Leben zu nehmen. Seit 2001 machen Flüchtlingsinitiativen mit dem bundesweiten Aktionstag am 30. August auf die Situation von Asylsuchenden in der Bundesrepublik aufmerksam.

Nach Informationen der Antirassistischen Initiative e.V. (ari), die seit 1993 jährlich die Dokumentation »Bundesdeutsche Flüchtlingpolitik und ihre tödlichen Folgen« herausgibt, ...

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