17.08.2013 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Die Ware nicht durch Folter beschädigt«

Gespräch mit Gaby Weber. Über den Babyraub während der Militärdiktatur in Argentinien. Und darüber, daß der Papst eigentlich bei der Aufklärung helfen wollte

Peter Wolter
Gaby Weber ist eine deutsche Journalistin, die in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires lebt. Zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit gehören Recherchen über den nach 1945 in Argentinien lebenden Naziverbrecher Adolf Eichmann und die enge Zusammenarbeit des Daimler-Konzerns mit der bis 1983 regierenden Militärjunta.

Sie haben zu den Schicksalen der während der Militärdiktatur zwangsadoptierten Kinder recherchiert. Wie viele waren es und wie viele dieser heute Erwachsenen wissen, wo sie herkommen?

Es gab keine »Zwangsadoptionen«, niemand wurde in Argentinien gezwungen, Kinder zu adoptieren, deren Mütter in den Folterzentren nach der Geburt ermordet worden sind. Diese Babys wurden hingegen wie Trophäen an die Offiziere und ihre Freunde in den multinationalen Unternehmen wie Daimler und Bayer verteilt. Menschenrechtsorganisationen gehen von 500 Fällen aus, von denen 107 aufgeklärt sind.

Aber: Aufgeklärt nicht in dem Sinne, daß dies Produkt einer staatlichen ...


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