08.08.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

»Kriegsfürsten übernehmen Kontrolle«

Syrien droht als Zentralstaat zu zerfallen: Aufständische kämpfen nur noch um Dominanz in bestimmten Gebieten. Westliche Regierungen befördern Spaltung des Landes. Ein Gespräch mit Louay Hussein

Karin Leukefeld, Damaskus
Louay Hussein ist ein syrischer ­Schriftsteller. Er war für seine politische Meinung sieben Jahre inhaftiert. 1991 kam er frei, beteiligte sich weiter an den politischen und sozialen Debatten in Syrien und der arabischen Welt. 2011 gründete er mit anderen die »Bewegung den syrischen Staat aufbauen«. »Building the Syrian State« (BSS) zählt heute zu den wichtigsten gewaltfreien politischen Bewegungen im Land

Wie schätzen Sie die gegenwärtige Lage in Syrien ein?

Wir sehen den Beginn einer Fragmentierung, Syrien droht zu einem »gescheiterten Staat« zu werden. Jede Lösung hängt jetzt von der Einigung zwischen den Russen und den Amerikanern ab. Das Schicksal des Landes wird auf der Genfer Konferenz entschieden werden. Bis dahin wird sich das militärische Gleichgewicht kaum ändern. Es ist möglich, daß Syrien in den nächsten Monaten aufhören wird, als zentral regierter und kontrollierter Staat zu existieren.

Sie erwarten, daß Syrien auseinanderfällt?

Nicht in dem...

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