29.07.2013 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Euro-Krise ungelöst

Wahltermin in Deutschland und »Sommerloch« sorgen für Erregungspause. Die Fakten indes ­zeigen Scheitern der verordneten Austeritätspolitik

Tomasz Konicz
EU-Europa »spart« sich in den Staatsbankrott. Jüngst publizierte Zahlen zur Entwicklung der öffentlichen Verschuldung in der Euro-Zone beweisen das völlige Scheitern des deutschen Kürzungsdiktats im Währungsraum. Die Relation zwischen Staatsverbindlichkeit und Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt; BIP) hat sich demnach in den unter Kürzungsauflagen stöhnenden Krisenstaaten besonders verschlechtert. Die von der EU-Statistikbehörde publizierten Zahlen seien selbst für jene Beobachter »schockierend«, die ohnehin nicht glaubten, daß »kombinierte fiskale und monetäre Kontraktionen« ein anderes Ergebnis zeitigen würden als »schneller ansteigende Schuldenstände«, kommentierte das der britische Telegraph.

Das Desaster wird am Beispiel Portugals sichtbar, das laut Financial Times »neben Irland wie kein anderes Land ernsthaft bestrebt war, sich den Regeln zu fügen, die Deutschland und andere Kreditgeber aufgestellt« hatten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäu...

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