02.07.2013 / Inland / Seite 5

Deutungshoheit danach

Die Räumung der hungerstreikenden Flüchtlinge in München durch die Polizei wird als Abwehr einer humanitären Katastrophe dargestellt. Dagegen spricht einiges

Reinhard Jellen
Einen Tag nach der Räumung des Camps der hungerstreikenden Flüchtlinge am Rindermarkt in München befanden sich am Montag noch fünf der 44 Betroffenen in Krankenhäusern. Von den vorübergehend Festgenommenen – darunter auch der Sprecher des Camps, Ashkan Khorasani – sei keiner mehr in Gewahrsam, so ein Sprecher der Münchner Polizei.

Nach offizieller Darstellung bot sich ein erschreckendes Bild, nachdem Beamte des polizeilichen »Unterstützungskommandos« (USK) am Sonntag das Camp gewaltsam auflösten: Mehrere Teilnehmer des Hungerstreiks im Koma, einer dem Herzstillstand nahe, so daß er reanimiert werden mußte.

Augenzeugen wollen etwas anderes beobachtet haben: Die Hungerstreikenden seien von den Beamten gewaltsam zu Boden gedrückt, teilweise im Polizeigriff abgeführt und Hunderte Meter zu den Sanitätswagen geschleift worden. Bei der Räumung selbst habe man keine Ärzte und Sanitäter beobachten können. Flüchtlinge berichten in einer Presseerklärun...



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