27.06.2013 / Schwerpunkt / Seite 3

Tödlicher Zugriff

Vor 20 Jahren führten die Schüsse auf das mutmaßliche RAF-Mitglied Wolfgang Grams in Bad Kleinen zu einer Krise des BRD-Sicherheitsapparates

Ulla Jelpke
Am 27. Juni vor 20 Jahren mündete ein Antiterroreinsatz der GSG 9 in eine handfeste Krise der deutschen Sicherheitsbehörden: Die Aktion mit dem Decknamen »Weinlese« endete mit zwei Toten und weckte den bis heute nicht ausgeräumten Verdacht, daß die GSG-9-Beamten den mutmaßlichen RAF-Mann Wolfgang Grams durch einen gezielten Kopfschuß regelrecht exekutiert haben. Wochenlang wurden der Öffentlichkeit, auch dem Innenausschuß des Bundestages, immer wieder verschiedene Versionen des Hergangs präsentiert, der Innenminister und hochrangige Beamte mußten zurücktreten.

Durch einen V-Mann hatte das Bundeskriminalamt (BKA) erfahren, daß sich die RAF-Aktivistin Birgit Hogefeld auf dem Bahnhof der mecklenburgischen Kleinstadt Bad Kleinen mit Grams treffen wollte. Fast 100 Beamte des BKA und der GSG 9, der Spezialeinheit des damaligen Bundesgrenzschutzes, waren auf dem Bahngelände postiert, um beide festzunehmen.

Hogefeld konnte ohne Widerstand verhaftet werden, als ...



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