20.06.2013 / Thema / Seite 10

Was ist Faschismus?

Die schärfste Herrschaftsform des Monopolkapitals auf den Begriff gebracht: Clara Zetkins Bericht vor 90 Jahren und die weitere Diskussion in der Kommunistischen Internationale

Jürgen Lloyd
Am 20. Juni 1923 legte Clara Zetkin, Mitglied der Zentrale der KPD, dem Erweiterten Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (­EKKI) einen Bericht zur Einschätzung des Faschismus vor. Es handelte sich damals bei den faschistischen Organisationen um einen relativ neuen politischen Akteur: Acht Monate zuvor war er in Italien zur Macht gekommen. Entsprechende Parteigründungen lagen in Deutschland vier und in Italien eineinhalb Jahre zurück. Umso bemerkenswerter ist es, daß Zetkin eine qualifizierte, differenzierte und tiefgreifende Einschätzung zu geben vermochte.

Naheliegend ist es, in neuen Erscheinungen zunächst das bereits Erkannte zu suchen, sie also so zu sehen, als wären sie nicht neu, sondern allenfalls eine leicht modifizierte Variante des Bekannten. Solches Festhalten an vorhandenem Orientierungswissen ist für sich weder verwerflich noch löblich. Ob Neues als solches erkannt wird, entscheidet sich nicht an der Modernität oder...

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