15.06.2013 / Feuilleton / Seite 13

Irrtümlich Irland

Ja, liegt denn Dublin nicht auf Hawaii? Ein neuer Roman zum Bloomsday

Jürgen Schneider
Der Roman »Dublinesk« des Spaniers Enrique Vila-Matas ist drei Jahre nach seinem Erscheinen nun auch auf Deutsch zu haben. Sein Held heißt Samuel Riba, ist knapp 60, lebt in Barcelona, hat mit der Verlegertätigkeit die Sauferei aufgegeben und ist zu einem »echten japanischen Misanthropen«, einem Hikikomori oder Computerautisten geworden. Einige bekanntere Schriftsteller hat er verlegt, das große Genie aber nicht entdeckt. Seine Traumstadt ist New York City, vor allem, weil er dort mal im Eigenheim von Paul Auster zu Besuch war. Ansonsten ist Riba vom französischen Geist umweht. Und um sich von der Franzosenlast zu befreien, plant er, das irische Dublin zu bereisen, am Bloomsday, dem 16. Juni, an dem James Joyce’ »Ulysses« spielt. Inspiriert von der Beerdigungsszene in diesem dublinesken Werk der Literaturgeschichte par excellence möchte Riba in Dublin die Gutenberg-Ära »des Heiligen (Joyce)« feierlich zu Grabe tragen.

Die Reise soll Ribas »englisch...

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