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05.06.2013 / Inland / Seite 5

Offene Worte

Erster Angeklagter im NSU-Prozeß packt stückweise aus. BKA und Verfassungsschutz dürfen den Prozeß systematisch beobachten

Claudia Wangerin, München
Mobbing in der Schule, das Gefühl, in Jena der einzige Schwule zu sein und die Sehnsucht nach Normalität: Im Münchner Prozeß um die Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) hat der Angeklagte Carsten S. am Dienstag seinen Weg in die Neonaziszene geschildert, der er mittlerweile als Verräter gilt. »Mit 13 habe ich gemerkt, daß etwas nicht stimmt«, sagte der 33jährige vor dem Oberlandesgericht München. In der Schule habe er versucht, sich »normal zu verhalten«, trotzdem sei er gemobbt worden. In der rechten Szene lebte er mit dem Widerspruch, in der Gesellschaft junger Männer zu sein, dazuzugehören – und doch nicht als der erwünscht zu sein, der er wirklich war.

Am 1. März 1997 zog ihn die NPD-Demonstration gegen die Wehrmachtsausstellung nach München. Als er sich einen Platz in einem Bus aus Thüringen besorgen wollte, lernte er die Neonazis Christian und André Kapke kennen, die aus dem »Thüringer Heimatschutz« auch di...

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