05.06.2013 / Inland / Seite 2

»Hamburgs Polizei kontrolliert uns ständig«

Hundert Libyen-Flüchtlinge leben in der Hansestadt auf der Straße. Dem Senat ist das offenbar egal. Gespräch mit Anana Kofi Mark

Mirko Knoche
Anana Kofi Mark ist Sprecher von schwarzafrikanischen Libyen-Flüchtlingen in Hamburg

In Hamburg leben mehrere hundert schwarzafrikanische Flüchtlinge, die aus Libyen vertrieben und nach zwei Jahren in italienischen Auffanglagern, mit Papieren und Bargeld ausgestattet, nach Nordeuropa geschickt wurden. Die ersten Ankömmlinge in der Frostperiode mußten im Winternotprogramm übernachten, heute sind sie obdachlos. Erst zu Wochenbeginn konnten einige von ihnen Kirchenasyl im Stadtteil St. Pauli finden. Warum mußten Sie alle Libyen 2011 verlassen?

Der Grund dafür, warum wir fliehen mußten, sind die NATO-Bombardements in Libyen. Mit Gottes Hilfe konnten wir überleben, aber sehr viele von uns sind im Krieg umgekommen. Wo wir uns auch aufhielten, wurden wir von Soldaten ausgeraubt. Es war meistens nicht zu erkennen, ob wir es mit Ghaddafi-Anhängern oder mit Rebellen zu tun hatten. Schließlich mußten wir in überfüllten Booten über das Mittelmeer nach Italien flüchte...

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