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01.06.2013 / Feuilleton / Seite 12

Netz und Schleunig

Theater soll man nicht ungestraft besuchen

Wiglaf Droste
Kommunikation ist ein anderes Wort für alles, das zwischen Menschen schiefgehen kann.

Ein großer, sportlicher und kräftiger blonder Mann Mitte Dreißig stand vor mir und sprach auf mich ein. Ich kannte ihn nicht, aber so ist das, wenn man in einem Theaterfoyer herumlungert und, sei es aus vager Besserungshoffnung oder eher aus Mangel an Entschlußfähigkeit, auf den zweiten Teil eines vergurkten Abends wartet.

Anstatt einfach nach Hause oder in ein schönes Lokal zu gehen und sich den Quatsch zu klemmen, klammert man sich blöde an ein schlechtes Getränk, ein ebensolches Gespräch oder bevorzugt sogar an beides, weil geteiltes Leid ja doppeltes Leid ist. Das Theater soll man nicht ungestraft besuchen. Bei den meisten, die nach der Pause im Theater bleiben, ist es allerdings vor allem anderen ihr Geiz, der sie zum Verweilen reizt; sie haben schließlich bezahlt und müssen das Geld absitzen, was die Dummheit des Theaters wie auch die eigene nicht mindert, sonder...



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