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24.05.2013 / Feuilleton / Seite 12

Anhäufung des Abscheus

Geht eine Wackelkamera in die Oper: Der Berlinale-Gewinner »Mutter und Sohn«

Peer Schmitt
Mutter und Sohn, in der Ikonographie das kulturgeschichtlich wirkungsmächtige Bild par excellence. Darum geht es in Calin Peter Netzers Film »Mutter und Sohn«, der auf der diesjährigen Berlinale den Hauptpreis gewann, kein bißchen, zumindest nicht auf der bildlichen Ebene.

Der rumänische Originaltitel »Pozitia copilului« ist auch auf andere Weise mehrdeutig als der deutsche Verleihtitel: »Die Position des Kindes«, das könnte sich auf eine gesellschaftliche Lage beziehen, ein Soziogramm, genauso wie auf die Körperposition eines Unfallopfers in einem Polizeibericht.

In der Mutter-Sohn-Beziehung des Films geht es um die Reproduktion der Privilegien einer neureichen Mittelklasse, die sich auch in Rumänien ganz gut eingerichtet hat. Fast alles verweist zunächst auf Klassenmerkmale. Die Konversation auf der Geburtstagsparty der Mutter (Luminita Gheorghiu), dann eine Szene, in der sie ihrer Putzfrau »kaum getragene« Designerschuhe als Trinkgeld gibt usw. usf. ...



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