07.05.2013 / Feuilleton / Seite 13

Komischer Jazzrock

Das einzige Album von Patrick Vian ist wieder erhältlich

Michael Freerix
Ein Kinderfoto zeigt Patrick Vian mit seinem Vater, dem französischen Schriftsteller, Hipster und Jazzmusiker Boris Vian (1920–1959). Darauf bläst Boris in eine Trompete, und der kleine Patrick drückt auf die Ventile. Doch diese Nähe zwischen Sohn und Vater hat es nur selten gegeben. Die Eltern trennen sich, als Patrick acht ist.

Er schwänzt die Schule, stiehlt und wird zuerst nach England und schließlich auf ein Schweizer Internat geschickt. Jean-Paul Sartre wird der Liebhaber seiner Mutter und hat einen gewissen Einfluß auf Patrick. Er ist knapp 17, als Boris Vian stirbt. Am Tag seiner Beerdigung streiken die Totengräber, was für Patrick wie ein letzter Scherz seines überaus vielschichtigen, existentialistischen Vaters wirkt. Patrick nimmt an dieser Veranstaltung nicht einmal teil, weil er eine wichtige Verabredung hat.

Er weiß nicht so recht, was tun. Er geht zur Marine und fährt U-Boot. Er reist drch Welt. Er wird Toningenieur und Moderator im...



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