06.05.2013 / Feuilleton / Seite 12

Die Erde öffnen

Spirituelle Landkarten als Besitzurkunde: Die Kunst der australischen Spinifex People im Münchner Völkerkundemuseum

Sabine Matthes
Als Kapitän James Cook 1770 in der Botany Bay in Australien landete, erklärte er das Land zur leeren, unbewohnten Terra Nullius. Die Briten begründeten damit ihre Landnahme und unterwarfen die Bewohner einer kolonialistischen Routine nach dem Motto »Zivilisieren, Christianisieren, Ausrotten, um Vergebung bitten«. Erst 1967 wurden die Aborigines Staatsbürger und eine starke Landrechtsbewegung begann. Der Fall »Mabo vs. Queensland« wurde 1992 zum bahnbrechenden Präzedenzfall: das Oberste Bundesgericht sprach Eddie Mabo und anderen indigenen Klägern das Besitzrecht an den von ihnen bewohnten Murray Islands zu. Dies war eine historische Wende, denn das britische Terra-Nullius-Prinzip wurde als fiktiv und illegal verworfen. Das Mabo-Urteil half anderen Aborigines-Gemeinden die Rückgabe ihres Landes (Native Title) zu fordern – sofern sie eine kontinuierliche traditionelle Verbindung dazu nachweisen konnten.

So wurde die Landrechtsbewegung zu einem enorme...

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